VÖWA LandesgruppeKärnten


  • Unternehmensführung im Zeichen des Umbruchs und der Krise
    Top Management Symposium
    11.06.2009 09:30 bis 13.06.2009 12:00
    Abbazia di Rosazzo/Italien

    Gemeinsam mit dem Club of Rome wurde 2008 öffentlich über das „Ende des Casinokapitalismus“ diskutiert. Im Juni 2009 spürte der Universitäts.Club Klagenfurt konsequent den Auswirkungen dieses globalen Finanzcrashs nach.

    Schneller und stärker als allgemein erwartet wurde die Realwirtschaft von der Krise getroffen: Entscheidungen sowohl auf Makroebene als auch im Unternehmensbereich werden aktuell im Bewusstsein größter Unsicherheit in die Wege geleitet, getroffen oder aufgeschoben…. Im Bann der Krise herrscht Chaos. Widersprüchliche Analysen werden erstellt. Unsichere Prognosen sollen Entscheidungen in eine sichere Richtung lenken?

    In dieser Situation stösst die Thematik des 14. Top-Management-Symposiums des Universitäts.Clubs Klagenfurt auf der Abbazia di Rosazzo in Friaul/Italien auf reges Interesse: „Wirtschaft am Boden der Realität – Unternehmensführung im Zeichen des Umbruchs und der Krise“. Diesmal sind sozusagen alle (!) betroffen. Vom kleinen und mittleren Unternehmer bis hin zur Großindustrie, von der Bankenszene bis zur öffentlichen Hand, von der Wissenschaft bis zu den großen Interessensverbänden.

    Die Suche nach Lösungen für den Wiedergewinn von Vertrauen, für die Herstellung von Bedingungen eines „Neustarts“, kurzum für das Wiedererlangen einer „Perspektive“ erfolgte in bewährter Weise unter Bedingungen eines im Wortsinn „klassischen Symposiums“. Herausragende Persönlichkeiten sowohl aus dem klassischen Mainstream als auch solche mit progressivem bis radikalem Hintergrund wurden unter sich und mit den Symposiumsteilnehmern ins Gespräch gebracht. Die Chance, sich gemeinsam wieder ein organisatorisches und zukunftsorientiertes Selbstverständnis zu entwickeln, ist aufrecht. Und wo besteht schon Gelegenheit, sich mit dem Gouverneur der österr. Nationalbank, Ewald Nowotny, über Probleme und Perspektiven des Umbaus des Finanzsystems oder über ein neues Verhältnis zwischen Banken und Unternehmern auseinanderzusetzen, oder sich von Elmar Altvater, einem Doyen ehemals radikaler 68er, über das Krisenszenario rund um Peak-Oil und die Notwendigkeit des Umstiegs auf nachhaltige Energieformen sowie letztlich des Wandels unserer Gesellschaft informieren zu lassen. Das alles in alter klösterlicher Umgebung inmitten der Colli Orientali und unter den Voraussetzungen allseits bekannter friulanischer Gastfreundschaft.

    Stephan Schulmeister, profunder und kritischer Analyst der herrschenden Krise, berichtete von der Notwendigkeit des Übergangs von den Bedingungen des Finanzkapitalismus hin zu einem neuen Rahmen realkapitalistischen Wirtschaftens und wagte einen vorsichtigen Ausblick. Um das Krisenszenario als Ganzes wahrzunehmen, musste man aber einen Blick über die Binnenwelt der Ökonomie hinaus wagen: Allein die Herausforderungen der drohenden Klimafrage beiseite liegen zu lassen, wäre fatal: Wie schon der Generalsekretär des Club of Rome, Martin Lees, regelmäßig zu sagen pflegt: Wir müssen die Finanzkrise gemeinsam mit der Klimakrise lösen! Die Stiftung für Verantwortung des ehemaligen Metro-CEOs Klaus Wiegandt hat sich diesem Ziel verschrieben. Einer ihrer führenden Protagonisten, der deutsche Volkswirtschafter Bernd Meyer, zeigte dem Symposium einen Weg auf, der das Zusammenspiel von Produzenten und Konsumenten unter Aufrechterhaltung des Marktes zu organisieren in der Lage ist, um uns nicht nur eine nachhaltige Wirtschaft zu sichern, sondern darüberhinaus – unterstützt durch Regulative der öffentlichen Hand - vor der drohenden ökologischen Katastrophe zu bewahren. Erfahrungsberichte höchst erfolgreicher internationaler Manager am Beispiel Norbert Zimmermann aus Berndorf sowie spezielle Hilfestellungen bei der Unternehmensführung in Krisenzeiten, nicht zuletzt philosophische Blicke in die Seele des „homo oeconomicus“ sowie abschließend auch auf Lernpotentiale des Kapitalismus rundeten das Spektrum des Symposiums ab: Ein wahrhaft ganzheitlicher, vielleicht sogar historischer Versuch der Erfassung von Ursachen und Lösungsmöglichkeiten der aktuellen Krise des Kapitalismus zeichnete sich ab.

    Den Folder des Symposiums erhalten Sie hier: Download als PDF


Zurück