VÖWA LandesgruppeKärnten
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Bild: VÖWAJahrestagung 2008Programmpunkt: Mitarbeiterbeteiligungen17.05.2008 09:00 bis 17.05.2008 16:00Velden am Wörthersee28. Wirtschaftsakademikertag
Voller Stolz eröffnete VÖWA-Präsident Univ.Prof. Dr.Dr.h.c. mult. Friedrich Schneider den 28. WirtschaftsakademikerTag im Casineum, inklusive einzigartigem Ausblick auf die Veldener Bucht. Der Tagungsort wurde von Veldens Bürgermeister LAbg. Ferdinand Vouk vorgestellt, der das Thema des Tages im Spannungsfeld der Kommunen ansprach. Danach gab Univ.-Prof. Mag. Dr. Sabine Urnik einen erfrischenden Überblick über das Programm und reichte das Mikrofon an den ersten Referenten, Univ. Prof. Dr. Bernhard Ungericht von der Universität Graz, weiter.CSR zwischen Ethik und PR-Gag
Corporate Social Responsibility, kurz CSR oder lang, die gesellschaftliche und soziale Verantwortung von Unternehmen, betrachtete Dr. Bernhard Ungericht auf drei Ebenen. Zum einen warf er einen Blick auf die gesellschaftliche- und interessenspolitische Ausgangsituation. Globalisierung, unethische Geschäftspraktiken, Prekarisierung der Arbeit und vieles mehr sorgen nach Ungericht für ein Verantwortungsvakuum in der Gesellschaft. Niemand sei mehr bereit, überhaupt Verantwortung zu übernehmen. Die Folgen: Die Öffentlichkeit reagiere sensibler, es werde über Regulationen nachgedacht und versucht den Diskurs interessenpolitisch zu steuern. Dabei schweben zwei konkurrierende CSR-Modelle im Raum. Unternehmerische Sozialverantwortung als Managementansatz zur Imagebildung und Abwehr eines rechtlichen Rahmens für CSR-Maßnahmen. Das zweite Modell sieht die Sozialverantwortung von Unternehmen als Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft und ist für die Schaffung eines verbindlichen Rahmens, vor allem für transnationale Unternehmensaktivitäten. Den Paradigmenwechsel zwischen den Modellen machte Ungericht an den Positionen der EU-Kommission fest. Ergänzend dazu berichtete er über die Kernergebnisse seiner empirischen Studie über Unternehmen, die CSR-Maßnahmen praktizieren. Drittens sprach Ungericht über notwendige Rahmenbedingungen für integeres und verantwortungsvolles ökonomisches Handeln – gefolgt von einem pointierten Schlagabtausch mit dem Publikum. Doch letztendliche waren sich alle Diskutanten einig: Corporate Social Responsibility wirft eine Menge Fragen auf. Die Vortragsfolien finden Sie hier: Download als PDFGeht´s der Wirtschaft gut, geht´s allen gut?
Nach der Kaffeepause referierte Dr. Erwin Buchinger, Bundesminister für Soziales und Konsumentenschutz, aus sozialpolitischer Sicht über Mitarbeitergewinne. Österreich sei aus sozialpolitischer Sicht eines der best entwickelten Länder. Die Sozialausgaben gemessen am BIP betragen rund 70 Milliarden Euro. Anhand einiger Zahlen versuchte Buchinger den Zusammenhang zwischen einer hohen wirtschaftlichen Leistung und Sozialentwicklung aufzuzeigen. Aber wo es Licht gibt, gibt es auch Schatten. So gäbe es in Österreich eine soziale Ungerechtigkeit bei den Bildungschancen. Die Hälfte der Kinder aus Akademikerhaushalten hat einen Titel, dagegen haben nur sechs Prozent der Kinder aus Arbeiterhaushalten einen Hochschulabschluss. Trotz des hohen Sozialniveaus gäbe es in einigen Feldern Handlungsbedarf, resümierte Buchinger und stellte in Frage, ob Mitarbeiterbeteiligung eine gute Maßnahme zur Lösung sozialpolitischer Probleme sei oder ob es nicht bessere Modelle gäbe.Im Anschluss stellte Mag. Max Stelzer MBA, Geschäftsführender Leiter voestalpine-Arbeitnehmer-Privatstiftung, dem Publikum die Mitarbeiterbeteiligung der voestalpine als Teil einer stabilen Unternehmensstruktur vor. In einem ersten Schritt war das Ziel der Mitarbeiterbeteiligung die Schaffung einer stabilen Aktionärsstruktur zur Abwehr von unerwünschten Eigentümerstrukturen. Erst im zweiten Schritt wurden die Möglichkeiten des individuellen Gewinnes für Mitarbeiter festgelegt. Die Akzeptanz des Modells sei laut Stelzer außerordentlich hoch. Im Dezember 2007 war die Mitarbeiterbeteiligung bei der voestalpine der zweitgrößte Einzelaktionär. Bei der Diskussion der Ansätze wurde deutlich, dass es kein Patent-Modell gibt. Kreative Lösungen und Weiterentwicklungen sind gefragt. Gleichzeitig gelte es realistische Ziele und Grenzen der Mitarbeiterbeteiligung im Auge zu behalten. Die Vortragsfolien finden Sie hier: Download als PDF
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